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Krieg im Namen des Islam?

Krieg im Namen des Islam? Teil I: Radikalisierung und Prävention

Die terroristische Organisation „Islamischer Staat“ steht seit Monaten im Fokus der Medienberichterstattung. Vor allem auch die Tatsache, dass auch junge ÖsterreicherInnen nach Syrien oder in den Irak als Jihadisten in den Krieg ziehen, erlangte große Aufmerksamkeit. Doch was treibt Jugendliche in den Jihadismus? Und wie kann man einer Radikalisierung effektiv entgegenwirken? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Workshops„Radikalisierung und Prävention“ unter der Leitung von Dr. Thomas Schmidinger, Politikwissenschafter und Kultur- und Sozialanthropologe an der Universität Wien, am Mittwoch, 15. April im UNIPARK Nonntal. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem  politischen Islam und gründete zusammen mit Moussa Al-Hassan Diaw das „Netzwerk Sozialer Zusammenhalt“, das sich in der Präventionsarbeit und für die Deradikalisierung  engagiert.

Im Workshop wurden historische Entstehungen verschiedener islamischer Strömungen und die Unterschiede zwischen dem Islam als Weltreligion und dem politischen Islam erörtert. Hierbei stand insbesondere der Salafismus im Fokus. In welchen Schritten erfolgt nun die Radikalisierung zum Jihadisten? Die TeilnehmerInnen beschäftigten sich zur Beantwortung dieser schwierigen Frage zunächst mit der Praxis des Takfir und der Bedeutung des  Jihad als religiöse Pflicht. In den letzten 10 Jahren vermischte sich die Ideologie des Jihadismus zunehmend mit popkulturellen Elementen, die vor allem für Jugendliche eine große Anziehungskraft besitzen. Zur Veranschaulichung wurden Propaganda- und Musikvideos, die von Jihadisten ins Internet gestellt wurden, gezeigt und analysiert.  Die Jugendlichen, die sich dem Jihadismus anschließen (wollen), haben sehr unterschiedliche Biografien und Hintergründe. Auch steht nicht die religiöse Erfahrung im Vordergrund, sondern Gefühle der Entfremdung von der Gesellschaft, der Wunsch nach Gemeinschaft und einer eigenen Identität, ein Ausweg aus Sinnkrisen sowie psychische Erkrankungen oder kriminelle Tendenzen. Sie tragen dazu bei, dass diese jungen ÖsterreicherInnen einen Halt im Extremismus suchen. Es bestehen durchaus große geschlechterspezifische Unterschiede für die Gründe zur Radikalisierung. Der Referent Thomas Schmidinger betonte, dass eine erfolgreiche Vorbeugung des islamischen Extremismus nur auf gesamtgesellschaftlicher Ebene erfolgen kann. Es sind nicht nur SozialarbeiterInnen oder LehrerInnen gefragt, auch die Gesellschaft und die Politik müssen hier ihren Beitrag leisten, um die Entfremdung und Abgrenzung von Menschen zu verhindern. Somit steht als ein zentraler Aspekt der Prävention das Ziel, Zusammengehörigkeit zu schaffen.

Krieg im Namen des Islam? Teil II: Hintergründe und aktuelle Entwicklungen

Die Terrormiliz Islamischer Staat“ ist den meisten heutzutage ein gängiger Begriff geworden. Was jedoch genau dahinter steht,  wie diese Organisation entstanden ist und welche Ziele sie verfolgt  war Inhalt des Vortrags „Krieg im Namen des Islam?“ von Dr. Thomas Schmidinger (Universität Wien, Netzwerk Sozialer Zusammenhalt) am 15. April im UNIPARK Nonntal.

Der Nahe Osten ist eine Region, die von Instabilität und ständigen Transformationen betroffen ist. Er bietet somit Raum für viele nichtstaatliche und auch transnationale Organisationen wie der Terrororganisation „Islamischer Staat“.  Der Vortrag zeichnete  detailliert die Entwicklung  des IS von seinen Anfängen im Irak  unter dem Namen Jama at al-Tawhid wal-Jihad und der Vereinigung mit Al-Qaida nach dem Sturz Saddam Husseins im Jahr 2003, über diverse Zusammenschlüsse und Namensänderungen bis hin zum  seit 2011 herrschender Bürgerkrieg in Syrien und aktuellen Entwicklungen der terroristischen Organisation unter dem Namen  „Islamischer  Staat“ nach.  Die rund 70 BesucherInnen erfuhren Näheres über die Hintergründe und Ursachen der Entstehung des IS, was ihn von der Al-Qaida unterscheidet  und welche Gruppen sich dem IS entgegenstellen. Auch machte Dr. Schmidinger auf die schwierige Situation der Flüchtlinge sowohl außerhalb als auch innerhalb des Iraks und Syriens aufmerksam. Unterstützt wurde der Vortrag durch private Fotografien von Flüchtlingslagern, Grenzgebieten oder auch  Kämpferinnen der kurdischen Frauenverteidigungseinheit YPJ, die der Referent auf seinen zahlreichen Reisen in den Nahen Osten aufgenommen hatte. Dr. Thomas Schmidinger merkte des Weiteren  an, dass der IS seine Anhänger zunehmend dazu auffordert, innerhalb Europas im Sinne des Jihads zu agieren, anstatt direkt nach Syrien oder den Irak zu ziehen. Dieser Strategiewechsel birgt somit Gefahren für Europa.

Im Anschluss an den Vortrag fand sich noch Zeit für zahlreiche Fragen des Publikums. So wurde beispielsweise die Frage, was man selbst gegen den IS und die Radikalisierung innerhalb der österreichischen Gesellschaft machen kann diskutiert.  Wie die muslimische Gemeinschaft auf die Entwicklungen reagiert war den BesucherInnen ein Anliegen.

Ein Thementag von: AAI Salzburg, Friedensbüro, Gesellschaftspolitisches Referat der ÖH Salzburg, Integrationsbüro Salzburg, Runder Tisch Menschenrechte

Bildnachweis: Kathrin Quatember


Kaufen ohne Ende?

Ein konsumkritischer Stadtspaziergang ist ein informativer und interaktiver Rundgang durch Salzburg, der Globalisierung und nachhaltigen Konsum in den Mittelpunkt stellt. Anhand von verschiedenen Stationen erleben die TeilnehmerInnen, wie sehr Globalisierung Teil unseres Lebens ist und welche Alternativen es für kritische KonsumentInnen in Salzburg gibt. Sie erfahren mehr über die Produktionsschritte von Waren und was sie damit zu tun haben, warum uns Werbung zum Einkaufen motiviert und wie man „anders kaufen“ kann.

Termine: Fr, 8. Mai 2015 und Sa, 30. Mai 2015, jeweils 13 Uhr
Treffpunkt: Südwind Büro, ARGEkultur, Ulrike-Gschwandtner-Straße 5
Dauer:
ca. 1 ½ Stunden. Kostenlos!
Anmeldung erbeten unter: 0662/841413-13, andrea.thuma (at) aai-salzburg.at 



Eine gemeinsame Veranstaltung von: AAI Salzburg, Referat Weltkirche, Südwind Salzburg, EZA
In Kooperation mit: Weltladen Linzergasse, FAIRTRADE Stadt Salzburg, Gesellschaftspolitisches und Frauenreferat der ÖH Salzburg, KHJ Salzburg


Bildnachweis: Helene Souza/pixelio.de

 


AAI Stipendien für Eine Welt

Im Rahmen des Stipendienprogrammes werden Master- und PhD-Studierende aus außereuropäischen Entwicklungsländern mit Teilstipendien unterstützt. Voraussetzung für die Förderung ist eine entwicklungspolitisch relevante Schwerpunktsetzung im Studium bzw. im Rahmen der Abschlussarbeit. Weitere Details zum Stipendienprogramm und die Bewerbungsunterlagen gibt es hier.

Die Bewerbungsfrist läuft von 15. April bis 31. Juli.


Das gute Leben - aber WIE?

Ein neuer Entwicklungspfad, der sich nicht auf Wachstum konzentriert, sondern das "gute Leben für alle" im Auge hat, erfordert persönliches Umdenken, aber auch gesellschaftliche und ökonomische Transformationen. Alternative Ansätze wie „Buen Vivir“, „Solidarökonomie“, „Commons“, „Beyond GDP“ oder „Feministische Ökonomie“ fordern diese Veränderungen ein. Sie plädieren für ein Besinnen auf Suffizienz, eine Neuverteilung von Arbeit, regionale Entwicklung und Gemeinschaft. Der AAI-Workshop „Das gute Leben – aber WIE? Alternativen für die Postwachstums-Gesellschaft“ am 20. März mit Andrea Thuma und Astrid Schmid führte in diese und andere Alternativkonzepte ein und wollte zum Nachdenken über eine andere Art des Wirtschaftens und Zusammenlebens anregen.

Die 22 TeilnehmerInnen waren Studierende und Berufstätige mit unterschiedlichsten fachlichen Schwerpunkten und Vor-Erfahrungen, was die lebendige Diskussion sehr bereicherte. Nach einer Vorstellungsrunde wurden Stichworte für Probleme und Krisen in unserem aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen System gesammelt, die die TeilnehmerInnen ändern wollen, ebenso wie Beispiele, wie eine „andere“ Gesellschaft aussehen könnte.  Dazu notierten sie ihre Ideen auf zwei Flipcharts unter den Stichworten „IST“ und „SOLL“. Nach dieser Brainstorming-Runde beschäftigten sich die TeilnehmerInnen in Gruppen mit jeweils einem der vier Modelle Solidarökonomie, Commons, Feministische Ökonomie und Gemeinwohl-Ökonomie. Dazu erhielten sie Infomaterialien und konnten sich an Ausstellungswänden weiter informieren, beispielsweise zu den Themen „Suffizienz“, „Bedingungsloses Grundeinkommen“, „Tauschökonomie“,  „Arbeitszeitverkürzung“ und mehr. Nach einer intensiven Arbeits- und Diskussionsphase präsentierten die Gruppen jeweils ihr Modell und diskutierten und reflektierten gemeinsam mit den anderen TeilnehmerInnen ausführlich. Auch weitere Möglichkeiten, anders zu wirtschaften, sich zu ernähren oder zusammen zu leben, kamen zur Sprache. Als letzte Aufgabe des Nachmittags sollten die TeilnehmerInnen für sich reflektieren, wie sie mit einer konkreten Aktion selbst zu einer Veränderung beitragen können. Ideen und Impulse konnten sie sich dabei an der „Initiativen-Wand“ holen, die verschiedenste Initiativen und Projekte zu den Themen Ernährung, Wohnen, Mobilität, Technik, Kommunikation und mehr vorstellte. In der Schlussrunde wurden diese persönlichen „Handlungsaufträge“ mit den Anderen geteilt.

Vor allem die Gruppenarbeit und Diskussionen fanden großen Zuspruch und Interesse bei den TeilnehmerInnen. Die vorgestellten Modelle waren für die meisten neu, wodurch sie viele neue Ideen der Umsetzung eines „guten Lebens“ mitnehmen konnten. Einige Möglichkeiten, die im Workshop genannt wurden und zum weiteren Handeln anregten, waren FoodCoops, Car Sharing und nachhaltiger Konsum.

Das Thema des Workshops wird im Herbst in einem Praxisprojekt weitergeführt. Die Anmeldung ist bereits möglich! Weitere Informationen…

Eine gemeinsame Veranstaltung von: AAI Salzburg, Gesellschaftspolitisches Referat der ÖH Salzburg. Im Rahmen des European Year of Development 2015.


Bildnachweis: AAI


Das Europäische Jahr für Entwicklung 2015

2015 ist ein entscheidendes Jahr für die internationale Entwicklungszusammenarbeit. Mit dem Ablaufen der im Jahr 2000 vereinbarten Frist der Milleniums-Entwicklungsziele (MDGs) und der Post-2015-Agenda werden 2015 die Weichen für die zukünftige Entwicklungspolitik gestellt. Die internationale Gemeinschaft gibt hierbei neue Rahmenbedingungen für die Bekämpfung der Armut und für eine nachhaltige Entwicklung vor.

Vor diesem Hintergrund rückt die Europäische Union als weltweit größte Geberin öffentlicher Entwicklungshilfe im Jahr 2015 das Thema Entwicklung ins Rampenlicht. Unter dem Motto des Europäischen Jahrs für Entwicklung „Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft“ soll die Öffentlichkeit einerseits über das breite Feld der Entwicklungszusammenarbeit der EU und ihrer Mitgliedsstaaten informiert werden. Andererseits soll auch verdeutlicht werden, dass diese Zusammenarbeit nicht nur dem Interesse der EmpfängerInnen dient, sondern auch einen Nutzen für alle UnionsbürgerInnen beinhaltet. Ein weiteres Ziel ist es, ein stärkeres Bewusstsein für entwicklungspolitische Aktivitäten und Zusammenhänge zu schaffen und das Interesse und aktive Engagement der BürgerInnen Europas in der Entwicklungspolitik zu fördern.

Neben der unionsweiten Kampagne beteiligen sich auch die einzelnen Mitgliedsstaaten sowie verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen und die Medien mit einer Vielzahl an verschiedenen Veranstaltungen und Programmen. Auch das AAI Salzburg nimmt aktiv an dem Europäischen Jahr der Entwicklung 2015 teil und bietet verschiedene Veranstaltungen wie Workshops, Vorträge und Diskussionen an. Insbesondere blickt das AAI kritisch auf das „Allheilmittel“ Wachstum für Entwicklung und möchte zum Hinterfragen eigener Gewohnheiten sowie gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen anregen. Bereits im Frühling und Sommer 2015 sind dazu viele spannende Veranstaltungen geplant.

Informationen zum Europäischen Jahr für Entwicklung 2015

Bildnachweis: Österreichische Entwicklungszusammenarbeit, www.entwicklung.at

 


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