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"Kein Platz für Ausländer" an Österreichs Unis?
Neue Studiengebühren benachteiligen Studierende aus ärmeren Ländern

2.3.2013. Für viele Studierende aus Salzburg beginnt in diesen Wochen das Abenteuer Auslandsstudium. Auch Österreich ist für viele ausländische Studierende ein attraktiver Studienort. Doch für Drittstaatsangehörige - also Studierende aus Nicht-EU-Ländern - gelten seit dem 1. März neue Studienbeitragsregeln. Daraus resultieren zum Teil massive Verschlechterungen. Vielen Studierenden aus ärmeren Ländern könnte jetzt wenig übrig bleiben als ihr Studium abzubrechen.

Seit dem Sommersemester gilt in Österreich eine neue Studienbeitragsregelung. Die geänderten Regeln und widersprüchliche Informationen verunsichern zurzeit viele ausländische Studierende, die sich um Hilfe an das Afro-Asiatische Institut Salzburg wenden. Studierende aus Drittstaaten müssen statt wie früher 363,36 Euro nun die doppelten Studiengebühren von 726,22 Euro pro Semester bezahlen. Zwar sind Studierende aus den am wenigsten entwickelten Ländern wie Haiti, Afghanistan oder Bangladesch vom Studienbeitrag befreit. Doch diese Ausnahme gilt nur für eine kleine Zahl von Staaten, und viele wenig entwickelte Länder fallen nicht darunter. Studierende aus Ländern wie Guatemala, das als ärmstes Land Mittelamerikas gilt, oder Simbabwe, eines der ärmsten Länder der Welt, müssen doppelt zahlen.

Astrid Schmid vom AAI Salzburg sagt: „Wir kritisieren die neue Regelung aufs Schärfste, weil sie absurde Unterschiede zwischen Studierenden macht. Die meisten Drittstaatsangehörigen kommen aus Ländern mit geringem Bruttonationaleinkommen pro Kopf und niedrigem Entwicklungsstand. Für sie bedeutet ein Studium in Österreich in jedem Fall eine große finanzielle Kraftanstrengung." Dazu kommt, dass sie nur unter erschwerten Bedingungen die nötigen finanziellen Mittel selbst verdienen können. Bachelor-Studierende aus Drittstaaten dürfen in Österreich maximal zehn Stunden, Master-Studierende höchstens zwanzig Stunden pro Woche arbeiten. Eine Quote macht es noch schwieriger, eine Anstellung zu finden. Schmid: „Eine plötzliche Verdoppelung der Studiengebühren ist für diese Studierenden nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern oft eine existenzielle Bedrohung. Die neue Regelung könnte viele zum Studienabbruch zwingen."

Ein Studium zu beginnen ist mit viel Energie, Kosten und Einsatz verbunden. Dies gilt umso mehr für Studierende aus sogenannten Entwicklungsländern, die trotz sprachlicher und finanzieller Hindernisse in Österreich studieren. Ihre Mühen werden durch administrative Stolpersteine wie die neue Regelung infrage gestellt. Schmid: „Der Eindruck drängt sich auf, dass Studierende der „falschen" Nationalität an Österreichs Universitäten nicht erwünscht sind. Das AAI fordert eine Gleichbehandlung von Studierenden aus EU- und Nicht-EU-Ländern."  

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Rückfragehinweis: Dr.in Andrea Thuma, andrea.thuma (at) aai-salzburg.at


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