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Stratagem: Ausprobieren - Erleben - Lernen

11.12.2017

Termin/Ort: Fr, 15. Dezember  2017, 10-18 Uhr, AAI, Studierraum 

Moderation: Dr. Christian Baumgartner, response&ability

 

Mit dem von Dennis Meadows (Club of Rome) entwickelten strategischen Planspiel „Stratagem“ wird die (nachhaltige) Entwicklung eines Schwellenlandes simuliert. Das multidisziplinäre und -dimensionale Thema der nachhaltigen Entwick­lung kann so durch unmittelbare Erfahrungen begreifbar gemacht werden. Die TeilnehmerInnen können anhand eines realistischen und komplexen Szenarios Einblicke in die entsprechenden Probleme und Zusammenhänge gewinnen, eigene Entscheidungen treffen und Konsequenzen ihres Handelns erfahren. Dadurch  werden Handlungsspielräume und unterschiedliche Akteursfelder nachempfunden und die jeweils dominierenden Handlungszwänge, Interessen und Widerstände erlebbar.
In Deutsch und Englisch

Eine gemeinsame Veranstaltung von: AAI Salzburg, Robert-Jungk-Bibliothek

Anmeldung unter: office (at) aai-salzburg.at oder 0662/84141312



Als Göttinnen - verehrt - als Frauen unterdrückt?

13.12.2017

Als Göttinnen verehrt – als Frauen unterdrückt?

Unter diesem Titel fand am Donnerstag, den 30.11.2017 eine Veranstaltung im Rahmen der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ statt. In vielen Teilen Indiens ist Gewalt an Frauen nach wie vor ein strukturelles Problem, welches zwar bereits weltweit mediale Aufmerksamkeit erlangte, wirkliche Veränderungen sucht man jedoch vergeblich.
Die Podiumsdiskussion wurde von Elisabeth Feldbacher vom AAI geleitet. Ihre Gäste waren Sumeeta Hasenbichler und Nayana Bhat aus Indien und Christian Hackbarth-Johnson von der Universität Salzburg.

Die Frage nach der Verehrung der Göttinnen und der Unterdrückung der Frauen wurde auf unterschiedliche Art beantwortet. Christian Hackbarth-Johnson führt diesen Umstand auf die religiöse Tradition zurück. Denn Göttinnen werden für ihre spezifischen Qualitäten verehrt, wie zum Beispiel Kali, die Göttin des Todes und der Zerstörung, aber auch der Erneuerung. Sie sind Personifizierungen der Macht der Götter und stellen nicht direkt eine Frau dar.


Nayana Bhat sieht einen anderen Grund für das paradoxe Verhalten der Weiblichkeit gegenüber. Frauen werden für ihre Gebärfähigkeit geschätzt und aus dem gleichen Grund kontrolliert und unterdrückt. Denn was wäre die Rolle des Mannes in der Gesellschaft, wenn die Frau selbstbestimmt leben könnte? Nayana sieht die Unterdrückung der Frau als Schutz davor, dass die Frauen den Männern ihre Positionen nicht streitig machen.

Sumeeta Hasenbichler und Nayana Bhat sind in Indien aufgewachsen und erzählten davon, wie sie die gesellschaftliche Position der Frau dort erlebt haben. Da sie aus verschiedenen Teilen des Landes stammen, wurde sehr deutlich, wie unterschiedlich Frauen in Indien behandelt werden. Dennoch beschrieben beide auch ähnliche Erfahrungen, wie zum Beispiel, dass Neu-Delhi und andere Großstädte für eine Frau nachts gefährlich sind, sowie die Tatsache, dass man als Frau in Indien auf der Straße besser nicht lächelt. Denn man könnte Männern dadurch falsche Signale senden.


Christian Hackbarth-Johnson beschrieb die Rolle des Hinduismus in der indischen Gesellschaft und seine Auswirkung auf die Stellung der Frau. Im Laufe des Gesprächs ging hervor, dass viele indische Familien ihre Kinder, besonders die Töchter, bereits zu mehr Unabhängigkeit erziehen und versuchen, ihnen Selbstständigkeit nahe zu legen. Seit der Globalisierung in den letzten Jahrzehnten hat sich viel geändert und vor allem in der Mittelschicht leben immer mehr indische Frauen in Unabhängigkeit von Männern.
Die BesucherInnen stellten im Laufe der Diskussion ebenfalls Fragen und der Abend entwickelte sich zu einem sehr interessanten Austausch und geselligen Miteinander.

Als weiterer Input bezüglich der Emanzipation  wurde ein kurzer Film über die „Gulabi Gang“ gezeigt. Die „Pinke Gang“ ist eine Bewegung mit etwa 150.000 Anhängerinnen und besteht aus indischen Frauen, die sich für diejenigen einsetzen, denen Unrecht droht oder angetan wurde. Wenn Worte nicht reichen, wird auch mal ein Schlagstock aus Bambus verwendet um sich bei der Polizei durchzusetzen, so Sampat Pal Devi, die Gründerin der Bewegung.

Als Abschluss wurde das indische Buffet eröffnet und lud alle ein, noch ein wenig zu bleiben und sich untereinander auszutauschen.



Nachbericht: Global Space Mexiko

07.12.2017

Am 16. November hat Mario Téllez Girón Carmona, Student der  Politikwissenschaft  aus Mexiko, einen Vortrag mit den Titel „Die Positive Macht der Sozialen Medien“ beim AAI gehalten, wo er das Konzept „Soziale Bewegungen“ erklärte und die wichtigsten Sozialen Bewegungen in Mexiko präsentierte.

Der Ausdruck „Soziale Bewegungen“   bezieht sich auf eine Menschengruppe, die sich miteinander identifizieren (Frauen, BäuerInnen, Studierende, UmweltschützerInnen, ArbeiterInnen, etc) und die gleiche Problematik teilen. Diese Menschen organisieren sich und vereinigen Ihre Kräfte, um für soziale Änderungen zu kämpfen. Diese Gruppen  entstehen als Antwort auf  die verschiedenen soziale Krisen und  Ungerechtigkeiten gegen diese Kollektive. 

Dazu kommt die Rolle der Massenbilder, die den Standpunkt der Regierung vertreten  wenn sie über die Konflikte, in denen die sozialen Bewegungen involviert sind, berichten. Dagegen haben das Internet und die soziale Netzwerke das Potenzial, die Standpunkte  der sozialen Bewegungen tausenden Leuten zu übermitteln und ihre Problematik  und ihre Arbeit auf nationaler und internationaler Ebene sichtbar zu machen.

Internet und soziale Netzwerke erhöhen die Geschwindigkeit, Reichweite und Wirkung der Kommunikation dieser Gruppen. Auf die gleiche Weise, wie sie  ihre Mobilisierungverbessern, bieten sie Raum für Diskussion, in der die Zivilgesellschaft die Möglichkeit hat, teilzunehmen und dadurch die öffentliche Meinung zu beeinflussen um Änderungen zu schaffen. Durch Internet und soziale Netzwerke erweitern diese Kollektive ihre Kenntnisse über Probleme in anderen Ländern und vernetzen sich mit ähnlichen Bewegungen, um schlagkräftiger zu werden. Manchmal haben die sozialen Netzwerke sogar die Wirkung, dass sie das Leben von den sozialen FührerInnen schützen, wenn sie von paramilitärischen Gruppen bedroht werden.

Mexiko hat ähnliche Probleme wie die restlichen lateinamerikanischen Länder und in jeden Land gib es soziale Bewegungen, die gegen diese Probleme kämpfen. Die zwei Grundeigenschaften der aktuellen lateinamerikanischen Bewegungen sind einerseits, dass sie verhältnismäßig  unabhängig von den politischen Parteien und NGOs arbeiten und andererseits, politische Parteien von diesen Bewegungen  gebildet werden. Ein gutes Beispiel dafür  ist die Partido dos Trabalhadores (Partei der Arbeiter) aus Brasilien sowie  die EZLN (die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung) aus Mexiko. Diese  hat eine indigene Frau als Präsidentschaftskandidatin für 2018 ausgewählt.

Hier ein paar Videos,  um mehr über die wichtigsten soziale Bewegungen in Lateinamerika zu erfahren:

Mexiko: EZLN (die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung)

Chile: Movimiento estudiantil (Studierendebewegung)

Argentinien: Abuelas de Plaza de Mayo (Bürgerliche Vereinigung der Großmütter der Plaza de Mayo)

 

Carolina León Jiménez, AAI



Global Space: Palmölproduktion in Malaysia - Fluch oder Segen?

13.12.2017

Termin/Ort: Do, 18. Jänner 2018, 19 Uhr; AAI, Clubraum (EG)
Referentin: Aryunni Abu Bakr (Malaysia/Salzburg)

 

Palmöl ist in die Schlagzeilen geraten. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, werden große Flächen wertvollen Regenwaldes gerodet, es entstehen riesige Monokulturen unter Einsatz von Insektiziden und Fungiziden. Auch die industrielle Gewinnung des Palmöls geht mit Umweltbelastungen einher. Andererseits ersetzt Palmöl als erneuerbare Biomasse in vielen Anwendungen erdölbasierte Produkte und stellt in Entwicklungsländern viele Arbeitsplätze bereit, da es wesentlich arbeitsintensiver ist als die Öl- und Gasindustrie. Aryunni Abu Bakar liefert in ihrem Vortrag ein differenziertes Bild des zweitgrößten Wirtschaftszweiges in Malaysia.

Vortrag in Englisch, bei der Diskussion ist eine Übersetzung möglich.



5. Salzburger Forum für Entwicklungszusammenarbeit

23.11.2017

Das Salzburger Forum bot Raum für Austausch, Vernetzung und gegenseitiges Informieren für alle in der Entwicklungszusammenarbeit tätigen Personen. Der Schwerpunkt lag dieses Mal bei der Entwicklungszusammenarbeit im Bundesland Salzburg. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutierten Landtagspolitikerin LAbg. Gabriele Fürhapter (ÖVP) und der Landtagspolitiker LAbg. Cyriak Schweighofer (Grüne) über die Rolle der Landespolitik in der Entwicklungszusammenarbeit um sich anschließend den Fragen des Publikums zu stellen. Dieses setzte sich aus VertreterInnen zahlreicher entwicklungspolitischer Vereine, Organisationen und Initiativen sowie interessierten Einzelpersonen zusammen. Etwa 60 BesucherInnen füllten den Clubraum.

Die angeregte Diskussion machte deutlich, wie stark die VertreterInnen hinter ihren Projekten standen und darum bemüht waren, zu informieren und aussagekräftige Antworten von den politischen VertreterInnen zu erhalten. Außerdem ging hervor, dass die derzeitigen Umstände in der österreichischen Entwicklungspolitik nicht sehr zufriedenstellend und die finanziellen Mittel des Landes bei weitem zu knapp bemessen sind.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion folgten Thementische zu „Frauenförderung“, „Bildungsprojekte“, „Inlandsarbeit“ und „Ländliche Entwicklung/Infrastruktur und Erneuerbare Energie“. So konnte sich jeder an einem Tisch seines Interesses einfinden und in kleiner Runde seine Anliegen teilen oder sich informieren lassen.

Als thematisch passenden Abschluss lud die Trommelgruppe Agidigbo ein, bei kulinarischen Köstlichkeiten noch etwas zu verweilen und die Musik und das Essen zu genießen.



  
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